Octaver

Hallo zusammen,

wollte Euch nach Euren Octaver-Erfahrungen fragen. Wir haben bei unserem letzten Konzert das erste Mal für den Bass einen (ausgeliehenen) Octaver zum Einsatz gebracht. Wir haben den Ausgang der Effekts auf einen eigenen Kanalzug auf's Pult gelegt und konnten so ziemlich gut den Sound individuell für jedes Lied regeln (ein/aus/mehr oder weniger "boost")

Das Ergebnis war absolut geil ;-) Lange rede, kurzer Sinn: So ein Ding muss her. Die Frage ist nur welches Gerät. Das ausgeliehenen (irgendein so ein Gitarren-Multieffekt-Gerät) hat schon eine Hörbare Latenz, die beim genauen Hinhören vorallem bei schnelle Passagen auffallen kann.

Wie reagiert eigentlich ein Fachhändler, wenn man ihm sagt man will da durch singen? :-)

Noch eine Frage zum Einsatz. Wer schaltet den bei Euch, der Bass-Sänger selbst per Fuß oder der Tontechniker. Zweites kann im Amateur-Bereich schon mal heikel sein, wenn der Tontechniker die Stücke/Abläufe nicht genau kennt und nach Zettel arbeiten muss.

Bin auf Eure Erfahrungen gespannt. Vielen Dank im Voraus.
Andreas

OC-3 und DBX120

Hallo
Ich kenne die beiden folgenden Geräte: Boss OC-3 Octaver (Bodentreter für Gitarre), DBX 120 Subharmonic Synthesizer. Beide Geräte haben ihre Vor- und Nachteile.

Der OC-3 ist gut auf der Bühne einzusetzen, kann mit dem Fuss ein- und ausgeschaltet werden. Er hat zwei Regler um eine oder zwei Oktaven unter dem Originalsignal beizumischen. Die Bedienung ist simpel, da das Gerät analog ist, gibt's keine Probleme mit der Latenz, der Tracker arbeitet sauber, aber das Signal ist vom Klang her natürlich einfach nach unten transponiert, mit Vorteil schneidet man entweder vor oder nach dem OC-3 alles über 200 Hz ab, weil der Sound sonst zu aufdringlich ist, wenn man ihn dem Originalsignal beimischt. Bei Passagen mit Text sollte man ihn ausschalten, da der Tracker schnell aus dem Ruder läuft und undifferenziertes Gemantsche erzeugt. Ausserdem rauscht das Teil erheblich; im Studio muss man es deshalb gaten, für Live geht's grad noch so knapp...

Der DBX 120 ist eigentlich nicht ein Oktaver in dem Sinn, er erzeugt eine (wahrscheinlich Sinus-)Welle eine Oktave unter dem tiefsten Signal, auch kann der Bassanteil zusätzlich noch geboostet werden. Das Gerät erzeugt Frequenzen bis zu 25 Hz runter, was dann nur noch von ziemlich grossen PAs überhaupt übertragen werden kann. Interessant ist das natürlich auch für Gruppen mit Vocalpercussion, die einen fetten Bass brauchen (HipHop- oder Dance-Tunes), aber auch für Bassisten gibt's einen mächtigen Wums. Das Gerät arbeitet sehr sauber, hat viele Einstellmöglichkeiten, ist trotzdem einfach in der Bedienung und liefert den besseren (wärmeren/bassigeren) Sound als der OC-3, es kann aber nicht einfach per Fuss in den Bypass-Modus geschaltet werden, da es eigentlich nicht als Bühnengerät konzipiert ist, sondern als Bassbooster für Clubs (als ob die Tracks nicht schon im Original genug Bässe hätten...). Es kostet eine Ecke mehr als der OC-3 (ca. € 300.–)

Bei diesen Bassandickern ist das Problem, dass sie nur dann wirklich was bringen, wenn sehr einfache, nicht zu dichte Basslines gesungen werden. Wie erwähnt, kann man sie auch für Beatboxing verwenden, meistens kriegt man da aber eh schon genug Bass vom Mik. Nicht wirklich brauchbar sind sie bei Walking Bass Lines u.ä., weil's dann nur noch in der Tiefe rumrumpelt, was ganz einfach nervt. Und auch bei diesem Effekt gilt: weniger ist meistens mehr :-) es ist also unbedingt zu empfehlen, das Signal zu splitten (je nach Gerät vor oder im Pult) und den Effektanteil auf einem separaten Kanal nach Bedarf zuzumischen.

Grüsse Kriz / http://www.klangfaktur.ch