5idelity - Freud und Leid des Mannes

5idelity, Tour Kopfkino, Ilmenau, Pressereview

5idelity nahm sich selbst auf den Arm und die Zuschauer mit beim Tournee-Abschlusskonzert in Ilmenau
Das Abschlusskonzert ihrer Thüringen-Tournee gab die Ilmenau Band „5idelity“ in ihrer Studenten-Heimatstadt Ilmenau.

Ilmenau (it)
Das Konzept ging wie erwartet auf. Mit großer Leidenschaft und augenzwinkernd auf Mitleid setzend, machten die „5idelity“ viele hundert Zuhörer am Freitagabend im Audimax-Heimspielkonzert zu ihren Genossen, und genossen mannhaft gemeinsam die Freuden und Leiden werdender, wie seiender Männer.
Im neuen, jegliche jugendliche Coolness konterkarikierenden Outfit, erheischten die Jungmänner einen zusätzlichen Mitleidsbonus beim Publikum, ehe auch nur ein Ton ihren Goldkehlen entfleuchte. Ihr sich immer wieder selbst auf den Arm nehmen, steigerte sich von Song zu Song und wurde vom Situationswitz beim Moderieren noch zusätzlich auf hohe Höhe gebracht. Sängerisch, choreografisch und kommunikativ liefen die unheimlichen Fünf zur Hochform auf. Geübt hatten sie bei ihrer zu Ende gegangenen Städtetournee wahrlich genug. Wie wunderbar, dass alle noch gut bei Stimme waren und als echte Turniermannschaft im heimischen Gefilde ihren wohlverdienten Heimsieg einfuhren.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen, unverschuldeten Verklemmtheit, mit den Fährnissen und Gefahren des bewegten Lebens und mit der ungebändigt drangvollen Lust, sich dem anderen Geschlecht zu nähern und dieses dann auch noch heiraten zu wollen, wurde witz- und facettenreich geführt.
Dass beim Song „Im Urlaub“ das Vokabular, wie die szenische Darstellung die Kinder im Publikum überforderte – der Titel hätte unter FSK 12 laufen müssen – konnte höchstens den Erziehungsberechtigten peinlich werden, wenn sie nach Erklärungen gefragt worden wären. Ein Nachspiel könnte es dennoch geben, wenn die drei Fans, Antonia, Lena und Jannis, die alle Songs von „5idelity“ auswendig kennen, in ihrer neu gegründeten A-cappella-Formation an der „Franz von Assisi-Schule“ auch diesen Titel nachsingen wollen.
Eine Woge der Begeisterung trug die Gruppe durchs Konzert hindurch und wollte selbst nach den Zugaben nicht abebben. „Die Jungs sind eben einfach gut, echt cool und so süß“, war wieder einmal, wie nicht anders zu erwarten, als allgemeine Meinung zu vernehmen.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sich die „armen Bühnenkerle“ über weibliches Interesse, und nicht nur das aus ihrer charmanten, femininen Crew, keineswegs beklagen können.

Thüringer Allgemeine vom 01.07.2008

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